Diese Woche im Tierspezial „Zwerge“
Zwerggrundeln der Gattung Eviota spec. tragen ihren Namen zurecht.
Denn, sie sind wirklich winzig klein.
Mehr als 3 cm Körpergröße sind bei den derzeit über 65 bekannten Eviota Arten
recht selten. Die meisten Arten sind zwischen 1,5 – 2,5 cm groß.

Achtet man bei Tauchgängen in tropischen Riffen etwas mehr auf das
Kleingetier, fällt einem sofort die hohe Artenvielfalt dieser
kleinen Grundeln auf.
Mittlerweile sind die kleinen Tiere immer öfters in
Meerwasserfachgeschäften zu bekommen und werden doch leider immer
wieder übersehen.
Artenvielfalt
Es sind derzeit über 65 verschieden Eviota und
ca. 50 Trimma Arten bekannt und es werden mit Sicherheit noch einige
mehr folgen.
Bei unseren Tauchgängen zum Fang der Grundeln hatten wir etliche im Netz die bis heute
nicht zu identifizieren waren.
Der Lebensraum dieser Grundeln findet sich im westlichen Indopazifischen Raum
von den Seychellen über Japan bis nach Australien.
Eviota Grundeln leben hierbei meist in Tiefen von 2 – 15 m vor
allem in Riffen und algenbewachsenen Riffabschnitten Hierbei bewohnen
sie artenspezifisch verschiedene Bereiche eines Riffes.
Sie kommen sowohl in diversen Steinkorallen wie auch unter Anemonen und in Schwämmen vor.

Viele Eviota und Trimma Arten sind sehr standorttreu.
Ein kleines Aquarium ( Nanobecken ) ist daher bei diesen Arten auch gut
geeignet. Eviota kommen im Meer in kleinen Verbänden von bis zu 50
Tieren vor. Es ist daher ratsam diese Tiere nicht nur einzel zu
halten sondern immer als lose Gruppe

Interessanterweise hat Eviota pellucida verschiedene Riffbereiche besiedelt, während auf Flachriffen diese
Tiere immer auf Algenteppichen ohne ausgeprägten Korallenwuchs zu finden waren, hingen Sie an den Riffwänden
unter Vorsprüngen oder in Höhlen in einer kleinen Gruppe im freien Wasser.
Eine andere ebenfalls importierte Art Eviota bifasciata findet
sich ausnahmslos in Acropora und seltener in Montipora Korallen.
Die Geschlechtsunterschiede sind nur an den Genitalpapillen zu erkennen.
Bei den Männchen ist diese Spitz zulaufend,
bei den Weibchen rund nach innen gewölbt und leicht gefranst.
Da die Tiere sehr druckempfindlich sind sollte man auf eine zu genaue
Untersuchung der Papillen lieber verzichten. Dies ist ebenfalls beim
Fang und umsetzen der Tiere zu beachten
Die Gemeinsamkeit dieser kleinen Grundeln liegt in Ihrer geringen Größe und der absoluten Friedfertigkeit.
Die perfekten Tiere für unsere kleinen Aquarien
Der Besatz sollte dabei sorgfältigst überlegt sein,
auf große räuberische Fische und Garnelen muss dabei verzichtet werden.
Mir fielen beim Tauchen immer wieder Exemplare auf die offensichtlich Laich in sich trugen.
Gelege konnte ich bisher nicht finden, lediglich kleinere Exemplare ( Jungtiere )waren sehr häufig.

Die Geschlechtsorgane der Männchen sind sehr interessant. Sie
enthalten große Samenblasen die ein klebriges Sekret absondern,
sowie spezielle Drüsen welche die Aufgabe haben Sexuallockstoffe
zu produzieren.
Bei einigen der Grundeln scheinen die Schwimmblasen degeneriert oder nicht vorhanden zu sein.
Bei Eviota pellucida, einer der häufigsten Arten ist dies
aber wohl nicht der Fall denn sie schwimmt ausgesprochen gut.
Als passende Putzergarnele für die Eviota spec. und Trimma spec Arten kommen vor allem Urocaridella Garnelen in Frage.
Diese kleine Schwebegarnele wird gern als Putzerstation von den kleinen
Grundeln besucht. Für Erkrankungen und Befall mit Parasiten
scheinen diese Tiere nicht besonders empfindlich zu sein.
Bei einigen Importen bekamen die Tiere Oodinium das aber nach 2 Tagen
ohne Behandlung wieder abklang. Ein Einsatz mit Kupfer, Formalin,
Malachitgrün etc. sollte mit Bedacht gewählt werden da diese
Tiere sehr empfindlich auf Chemikalien reagieren.

Eine
gute Wasserpflege und ordentliche Wasserwerte sind für die
Gesundehrhaltung nicht nur dieser kleinen Tiere selbstverständlich
und sollte erwartet werden.
Das Zusammensetzen der verschiedenen Arten ist in aller Regel problemlos.
Nur ab und an jagen sich die Männchen bei Revierstreitigkeiten
durch das Aquarium, dies aber ohne das andere Tier zu verletzen.
Trotzdem ist ein Überbesatz zu vermeiden.
Die Farbenpracht und das natürliche Verhalten der Grundeln kommt erst bei richtiger Ernährung der
Tiere voll zur Geltung. Als Planktonjäger sind sie den ganzen Tag auf der Jagd nach Kleinstlebewesen.
Im Aquarium kann man Ihnen besonders gut Lobstereier, kleine Artemien,
Feinst-Granulat oder Staubfutter anbieten, das in aller Regel auch gut
angenommen wird. Wir verfüttern unseren Tieren unter anderem Ultra
Min F und UltraBase Energy Feinstgranulate.
Die Einrichtung der Aquarien sollte genügend Versteckmöglichkeiten bieten.
Jede Möglichkeit der Grundeln in die Förderpumpe zu geraten
sollte mit Hilfe geeigneter Vorfilter ausgeschlossen werden.
Leider werden diese kleinen Zwerge in den Händlerbecken gern übersehen.
Dabei sind sie eine farbenprächtige und interessante Bereichung für unsere kleineren Aquarien.
Ihr
Claude Schuhmacher