Tierspezial - 04/2008


Diese Woche im Tierspezial  „Zwerge“

Zwerggrundeln der Gattung Eviota spec. tragen ihren Namen zurecht.

Denn, sie sind wirklich winzig klein.
Mehr als 3 cm Körpergröße sind bei den derzeit über 65 bekannten Eviota Arten
recht selten.  Die meisten Arten sind zwischen 1,5 – 2,5 cm groß.

Eviota sp Achtet man bei Tauchgängen in tropischen Riffen etwas mehr auf das Kleingetier, fällt einem sofort die hohe Artenvielfalt dieser kleinen Grundeln auf.

Mittlerweile sind die kleinen Tiere immer öfters in Meerwasserfachgeschäften zu bekommen und werden doch leider immer wieder übersehen.



Artenvielfalt

Es sind derzeit über 65 verschieden Eviota und ca. 50 Trimma Arten bekannt und es werden mit Sicherheit noch einige mehr folgen.

Bei unseren Tauchgängen zum Fang der Grundeln hatten wir etliche im Netz die bis heute
nicht zu identifizieren waren.
Der Lebensraum dieser Grundeln findet sich im westlichen Indopazifischen Raum
von den Seychellen über Japan bis nach Australien.

Eviota Grundeln leben hierbei meist in Tiefen von 2 – 15 m vor allem in Riffen und algenbewachsenen Riffabschnitten Hierbei bewohnen sie artenspezifisch verschiedene Bereiche eines Riffes.
Sie kommen sowohl in diversen Steinkorallen wie auch unter Anemonen und in Schwämmen vor.

SymbolfotoViele Eviota und Trimma Arten sind sehr standorttreu.
Ein kleines Aquarium ( Nanobecken ) ist daher bei diesen Arten auch gut geeignet. Eviota kommen im Meer in kleinen Verbänden von bis zu 50 Tieren vor.  Es ist daher ratsam diese Tiere nicht nur einzel zu halten sondern immer als lose Gruppe

  Symbolfoto
Interessanterweise hat Eviota pellucida verschiedene Riffbereiche besiedelt, während auf Flachriffen diese
Tiere immer auf Algenteppichen ohne ausgeprägten Korallenwuchs zu finden waren, hingen Sie an den Riffwänden
unter Vorsprüngen oder in Höhlen in einer kleinen Gruppe im freien Wasser.







Eine andere ebenfalls importierte Art Eviota bifasciata findet  sich ausnahmslos in Acropora und seltener in Montipora Korallen.


Die Geschlechtsunterschiede sind nur an den Genitalpapillen zu erkennen.
Bei den Männchen ist diese Spitz zulaufend,
bei den Weibchen rund nach innen gewölbt und leicht gefranst.
Da die Tiere sehr druckempfindlich sind sollte man auf eine zu genaue Untersuchung der Papillen lieber verzichten. Dies ist ebenfalls beim Fang und umsetzen der Tiere zu beachten

Die Gemeinsamkeit dieser kleinen Grundeln liegt in Ihrer geringen Größe und der absoluten Friedfertigkeit.

Die perfekten Tiere für unsere kleinen Aquarien

Der Besatz sollte dabei sorgfältigst überlegt sein,
auf große räuberische Fische und Garnelen muss dabei verzichtet werden.
Mir fielen beim Tauchen immer wieder Exemplare auf die offensichtlich Laich in sich trugen.
Gelege konnte ich bisher nicht finden, lediglich kleinere Exemplare  ( Jungtiere )waren sehr häufig.

Symbolfoto
Die Geschlechtsorgane der Männchen sind sehr interessant. Sie enthalten große Samenblasen die ein klebriges Sekret absondern, sowie spezielle Drüsen welche die Aufgabe haben Sexuallockstoffe zu produzieren.
 
Bei einigen der Grundeln scheinen die Schwimmblasen degeneriert oder nicht vorhanden zu sein.
Bei Eviota pellucida, einer der häufigsten Arten ist dies aber wohl nicht der Fall denn sie schwimmt ausgesprochen gut.

Als passende Putzergarnele für die Eviota spec. und Trimma spec Arten kommen vor allem Urocaridella Garnelen in Frage.
Diese kleine Schwebegarnele wird gern als Putzerstation von den kleinen Grundeln besucht. Für Erkrankungen und Befall mit Parasiten scheinen diese Tiere nicht besonders empfindlich zu sein.

Bei einigen Importen bekamen die Tiere Oodinium das aber nach 2 Tagen ohne Behandlung wieder abklang. Ein Einsatz mit Kupfer, Formalin, Malachitgrün etc. sollte mit Bedacht gewählt werden da diese Tiere sehr empfindlich auf Chemikalien reagieren.

SymbolfotoEine gute Wasserpflege und ordentliche Wasserwerte sind für die Gesundehrhaltung nicht nur dieser kleinen Tiere selbstverständlich
und sollte erwartet werden.
Das Zusammensetzen der verschiedenen Arten ist in aller Regel problemlos.
Nur ab und an jagen sich die Männchen bei Revierstreitigkeiten durch das Aquarium, dies aber ohne das andere Tier zu verletzen. Trotzdem ist ein Überbesatz zu vermeiden.
 

Die Farbenpracht und das natürliche Verhalten der Grundeln kommt erst bei richtiger Ernährung der
Tiere voll zur Geltung. Als Planktonjäger sind sie den ganzen Tag auf der Jagd nach Kleinstlebewesen.

Im Aquarium kann man Ihnen besonders gut Lobstereier, kleine Artemien, Feinst-Granulat oder Staubfutter anbieten, das in aller Regel auch gut angenommen wird. Wir verfüttern unseren Tieren unter anderem Ultra Min F und UltraBase Energy Feinstgranulate.

Die Einrichtung der Aquarien sollte genügend Versteckmöglichkeiten bieten.
Jede Möglichkeit der Grundeln in die Förderpumpe zu geraten sollte mit Hilfe geeigneter Vorfilter ausgeschlossen werden.
Leider werden diese kleinen Zwerge in den Händlerbecken gern übersehen.
Dabei sind sie eine farbenprächtige und interessante Bereichung für unsere kleineren Aquarien.



Ihr
Claude Schuhmacher


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